
Der zunehmende Mond, die schmale Sichel am Abendhimmel, gilt seit Jahrtausenden als Bild des Beginnens. In bäuerlichen Kalendern Mitteleuropas markierte diese Phase traditionell den Zeitpunkt zum Aussäen, in vielen ostasiatischen und nahöstlichen Kulturen den Start eines neuen Monats überhaupt – der Mondkalender zählt hier bis heute mit. Die Sichel wurde so zum Symbol für das, was noch offen und im Werden ist.
Wissenschaftlich betrachtet ist ein Einfluss der Mondphasen auf Schlaf, Stimmung oder Entscheidungsverhalten nicht belegt – groß angelegte Studien finden hier keine verlässlichen Zusammenhänge. Was die zunehmende Mondphase aber leisten kann, ist etwas anderes: Sie funktioniert als äußerer Anker für einen inneren Vorgang. Psycholog:innen sprechen von „Cue-based habits“ – wiederkehrende Signale, an die wir bewusste Routinen knüpfen. Ein wachsender Mond kann ein solches Signal sein, unabhängig davon, ob ihm eine Wirkung innewohnt.
Gibt es gerade etwas in deinem Alltag, das du eher begonnen als beendet hast – und wie fühlt es sich an, das noch nicht zu Ende gedacht zu haben?
Bleibe kritisch. Nimm nur mit, was dich berührt.
— Redaktion CelestialSoul