
Metta — die Praxis des wohlwollenden Blicks
Tradition. Metta Bhavana — die Kultivierung liebender Güte — gehört seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. zu den zentralen Meditationsformen des Theravada-Buddhismus. Die Praxis entstammt dem Pali-Kanon und beginnt mit einer schlichten inneren Geste: Man wünscht sich selbst Wohlergehen, weitet diesen Wunsch dann auf Nahestehende aus, auf neutrale Menschen, auf schwierige Personen — und schließlich auf alle Wesen. Keine Hierarchie, kein Ausschluss.
Wissenschaft. Die Psychologin Barbara Fredrickson (University of North Carolina) untersuchte Metta-Praxis in mehreren Studien und beobachtete Zusammenhänge mit erhöhter positiver Emotionalität und verbesserter Selbstwahrnehmung — auch bei regelmäßiger Kurzpraxis. Die Mechanismen sind nicht vollständig geklärt; was die Forschung zeigt: Der bewusste Akt, Wohlwollen zu formulieren, verändert etwas im Verhältnis zu uns selbst.
Persönliche Frage. Wem gegenüber fällt es dir leichter, Wohlwollen zu empfinden — dir selbst oder anderen? Und was verrät diese Antwort dir heute?
Die zunehmende Mondphase gilt in vielen Traditionen als Zeit des Aufbaus. Vielleicht ein Moment, etwas Freundlichkeit gezielt zu kultivieren — nicht als Pflicht, sondern als Experiment.
Bleibe kritisch. Nimm nur mit, was dich rührt.
— Redaktion CelestialSoul