
Übergänge markieren
Mond: abnehmend — eine Zeit, Abgeschlossenes ziehen zu lassen.
Tradition Fast jede Kultur kennt das Ritual des Markierens: Geburtstage, Trauerfeiern, Jahreswechsel, das erste Schneiden der Haare. Der Ethnologe Arnold van Gennep beschrieb 1909 in Les Rites de Passage ein universelles Muster — Trennung, Schwellenzeit, Neubeginn. Der Übergang selbst wird zum eigenen Raum: kein Ende mehr, noch kein Anfang. Viele Kulturen widmeten genau diesem Zwischenraum besondere Aufmerksamkeit.
Wissenschaft / Psychologie Psychologisch ist das Markieren von Übergängen kein Aberglauben. Eine vielzitierte Studie von Alison Wood Brooks und Kolleg:innen (Harvard, 2016) zeigte: Selbst kurzfristig erfundene Rituale senken Angst vor unkontrollierbaren Situationen messbar. Der Mechanismus ist Handlungskontrolle — das Gefühl, aktiv Teil eines Wandels zu sein, statt ihn passiv zu erleiden. Rituale geben dem Unaussprechlichen eine Form.
Persönliche Frage Welchen Übergang in deinem Leben hast du nie wirklich markiert — und trägst du ihn vielleicht deshalb noch mit dir?
Bleib kritisch. Nimm nur mit, was dich berührt.
— Redaktion CelestialSoul